Serrig – De

Im norddeutschen Werkaufbau des 17. und 18. Jahrhunderts präsentiert sich die Serriger Orgel, erbaut 1972 von E. F. Walcker & Cie in Ludwigsburg.

In der Mitte des Hauptgehäuses befindet sich das Hauptwerk, flankiert von den Pedaltürmen. In der Brüstung das Rückpositiv, unmittelbar dahinter, unsichtbar für den Betrachter der freistehende Spieltisch. Zwischen Spieltisch und Hauptgehäuse bleibt noch etwas Platz für den Chor.

Nach dem Brand der Weihnachtskrippe waren Innenraum und Orgel so in Mitleidenschaft gezogen, daß beide renoviert werden mussten.

Das Pfeifenwerk, einmal ausgehoben, offenbarte manche Überraschung. So kamen neben den firmentypischen Holzpfeifen aus Sperrholz, ein Subbass 16´ aus massiver Eiche zum Vorschein. Oder labiale Messingpfeifen ohne Längsnähte sowie Kehlen von Zungenpfeifen mit quadratischem Querschnitt.

Eine echte Rarität ist auch das Zungenregister Musette (dt. Dudelsack). In Deutschland weithin unbekannt, wird es für den französischen Orgelbau erwähnt, wo Dom Bedos (1709-1779) eine Abbildung auf Seite 18 seines berühmten Buches bringt.

Audiomuster: – an der Orgel Stephan Thinnes

Präludium und Fuge C-Dur (BWV 547) – Johann Seb. Bach (1685-1750)     9:59 min

Noël en Musette – Jean-J. Charpentier (1734-1796)   1:57 min

serrig_klein

I. Rückpositiv C-g3 II. Hauptwerk C-g3 Pedal C-f1
Metallgedackt Prinzipal Subbaß 16´
Rohrflöte Koppelflöte Oktave
Prinzipal Oktave Koppelflöte
Sifflöte 1 1/3′ Gemshorn Hohlpfeife
Zimbel 3-fach 1′ Sesquialter 2-fach Fagott 16´
Musette 8′ Schweizerpfeife
Tremulant Mixtur 4-5 fach 1 1/3´
Trompete

Schleifladen mit mechanischer Spiel- und elektropneumatischer Registertraktur
Koppeln: II/I – I/P – II/P
2 freie, 2 feste Kombinationen