Lindholm – Harmonium

Die Entwicklung des Harmoniums beginnt Anfang des 19. Jahrhunderts, ohne daß sich ein Erfinder namentlich benennen ließe. Neuartig ist die Art der Tonerzeugung. Gab es in Orgeln bis dahin Labial- und aufschlagende Zungenpfeifen, so entstehen die Töne beim Harmonium durch freischwingende Zungen, d.h. Metallplättchen aus einem federnden Metall, die sich durch Windströmung angeregt, frei ein einem Metallrahmen hin und her bewegen. Somit ist es eher mit Akkordeon und Mundharmonika, als mit der Orgel verwandt.
Hinsichtlich der Winderzeugung unterscheidet man Druckwind- und Saugwindharmonien, wobei sich letztere aufgrund der einfacheren Herstellung im Laufe der Zeit durchgesetzt haben.
Ein sehr gut erhaltenes Exemplar dises Typs steht heute noch im luxemburgischen Diekirch.
Erbaut wurde es als Nr. 56608 des renomierten Herstellers Lindholm aus Borna bei Leipzig, wo sich bis zum zweiten Weltkrieg ein Zentrum des Harmoniumbaus befand.
5 Zungenreihen und 16 Registerzüge bieten eine Reihe von Kombinationsmöglichkeiten. Zudem erlauben die beiden Kniehebelexpressionen dem geübten Spieler ein stufenloses An- und Abschwellen des Klanges.

harmonium

Disposition
Baßforte Diskant Forte
Diapason Melodia
Diapason dolce Melodia dolce
Viola Flöte
Cornettino Oboe
Aeolsharfe Vox coeleste
Subbass 16´ Klarinette 16´
Oktavkoppel Schalmei